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Grundqualifikation & Weiterbildung für Berufskraftfahrer (GWB)

Wer ist betroffen?

Wer seine Lenkberechtigung der Klassen C bzw D (inkl Unterklassen und Ergänzung der Klasse E) beruflich nutzen möchte, dh für die

  • gewerbsmäßige Beförderung von Gütern (Klasse C) respektive die
  • gewerbsmäßige Beförderung von Personen (Klasse D),

fällt grundsätzlich in das System. Gewerbsmäßig in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Beförderung die hauptsächliche Tätigkeit darstellt.

Wer seine Lenkberechtigung der Klasse C vor dem 10. September 2009 (C) erworben hat, ist erst ab dem 10. September 2014 vom „neuen“ System betroffen. Für Lenkberechtigungen der Klasse D, die vor dem 10. September 2008 erworben wurden, gelten die neuen Regelungen bereits.

Ausgenommen vom System sind Lenker von

  • Kraftfahrzeugen, deren nach den kraftfahrrechtlichen Bestimmungen zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht über 45 km/h liegt;
  • Kraftfahrzeugen, die von den Streitkräften, dem Katastrophenschutz, der Feuerwehr und den für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständigen Kräften eingesetzt werden oder ihrer Kontrolle unterstellt sind;
  • Kraftfahrzeugen, die zum Zweck der technischen Entwicklung, zu Reparatur- oder Wartungszwecken Prüfungen auf der Straße unterzogen werden, sowie Neufahrzeugen oder umgebauten Fahrzeugen, die noch nicht in Betrieb genommen sind;
  • Kraftfahrzeugen, die in Notfällen oder für Rettungsaufgaben eingesetzt werden;
  • Kraftfahrzeugen, die beim Fahrunterricht zum Erwerb einer Lenkberechtigung oder der Grundqualifikation eingesetzt werden;
  • Kraftfahrzeugen, die im Rahmen der Lehrberufsausbildung zum Berufskraftfahrer innerhalb von Österreich eingesetzt werden;
  • Kraftfahrzeugen zur Beförderung von Material oder Ausrüstung, das der Lenker zur Ausübung seines Berufs verwendet, sofern es sich beim Lenken des Fahrzeugs nicht um die Hauptbeschäftigung des Fahrers handelt.

Worum geht es überhaupt?

Die Regelungen schreiben das Mitführen eines Fahrerqualifizierungsnachweises durch den Lenker vor. Dies erfolgt durch die Eintragung des Zahlencodes „95“ zur entsprechenden Klasse im Führerschein.

Wie gelange ich an den Code 95?

Der Code als Nachweis der Fahrerqualifizierung wird eingetragen, wenn entweder eine Grundqualifikation erfolgreich abgelegt wurde oder eine Weiterbildung absolviert wurde. Wer was machen muss hängt zum einen von der betroffenen Klasse, zum anderen vom Datum der Erteilung der entsprechenden Lenkberechtigung ab.

Klasse C

Bei einer Erteilung ab dem 10. September 2009 ist zunächst die Grundqualifikation abzulegen, danach erfolgt die Eintragung des Codes 95 in der Führerschein mit einer Gültigkeit von 5 Jahren. Eine Verlängerung für weitere 5 Jahre erfolgt dann durch den Nachweis der Weiterbildung.

Bei einer Erteilung vor dem 10. September 2009 ist lediglich der Nachweis der Weiterbildung erforderlich. Auch hier erfolgt aber der Eintrag des Code 95 nur für 5 Jahre, für eine Verlängerung um weitere 5 Jahre ist der Nachweise einer neuerlichen Weiterbildung erforderlich.

Klasse D

Die Regeln für die Klasse C sind hier mit der Abweichung, dass der Stichtag der 10. September 2008 ist, analog anzuwenden.

Ab wann brauch ich die Fahrerqualifizierung bzw Code 95?

Auch hier ist wieder nach Klasse und Erteilungsdatum zu unterscheiden

Klasse C

Erteilung ab dem 10. September 2009: Die Fahrerqualifizierung ist sofort notwendig, dh keine gewerbsmäßige Nutzung ohne Nachweis!

Erteilung vor dem 10. September 2009: Die Fahrerqualifizierung ist erst ab 10. September 2014 nachzuweisen, dh bis dahin ist eine gewerbsmäßige Nutzung ohne Nachweis möglich.

Klasse D

Wie Klasse C, nur Stichtag ist der 10. September 2008.

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Die Grundqualifikation

Grundsätzliches

Die Grundqualifikation besteht aus einer theoretischen und praktischen Prüfung. Zuständig für die Abhaltung sind, ganz den föderalistischen Strukturen Österreichs entsprechend, jeweils die Bundesländer. Die theoretische Prüfung ist dabei sehr unterschiedlich geregelt, die genauen Prüfungstermine, Prüfungsinhalte, Kosten und Fristen variieren deshalb zwischen Bregenz und Eisenstadt nicht unerheblich, weshalb an dieser Stelle auf die Websites der jeweiligen Landesregierungen verwiesen sei.

Es sei an dieser Stelle darüber hinaus hingewiesen, dass das Bundesland frei gewählt werden kann.

Theoretisch Prüfung

Die theoretische Prüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung in Form von Multiple-Choice-Fragen (Dauer: min 4 Stunden) sowie einer mündlichen Prüfung vor einer Kommission (Dauer: min 30 Minuten; NÖ: 45 Minuten).
Geprüft werden grob folgende Inhalte:

  • Eigenschaften der kinematischen Kette
  • Technik & Funktion wesentlicher Fahrzeugkomponenten
  • Ökonomisches Fahren
  • Ladungssicherung
  • Personenbeförderung (D) & Ladungssicherung (vertiefend, C)
  • Arbeits-, Sozial- und Berufsrecht
  • Gesundheit, Verkehrs- und Umweltsicherheit, Dienstleistung, Logistik
  • Kenntnisse der Marktordnung sowie des wirtschaftlichen Umfelds des Güterkraftverkehrs (C) bzw Personenkraftverkehrs (D)

Für die Multiple-Choice-Fragen gibt es für jedes Land einen anderen Fragenkatalog, diese sind zum Teil auf den Websites der Länder zum kostenlosen Download verfügbar.

Praktische Prüfung

Sie umfasst das Fahren im öffentlichen Verkehr, ähnlich der Führerscheinprüfung, wobei im Vergleich allerdings ein höherer Maßstab angelegt wird, insb hinsichtlich dem rationellen Fahrverhalten und der Einhaltung der Verkehrssicherheit.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den praktischen Teil abzuschließen

Variante 1: Nach Erteilung der Lenkberechtigung

In diesem Fall findet die Prüfung üblicherweise in der Landeshauptstadt des zuständigen Landes statt, die Prüfung dauert dann 90 Minuten und der Kandidat hat ein geeignetes Prüfungsfahrzeug bereitzustellen.

Variante 2: Im Rahmen der Erteilung der Lenkberechtigung

In diesem Fall findet die Prüfung für die Lenkberechtigung und der Grundqualifikation zusammen statt. Dh zuerst findet zB die Prüfung der Klasse C (mit einer Dauer von zumindest 45 Minuten) statt, und, sofern bestanden, gleich im Anschluss daran die praktische Prüfung für die Grundqualifikation (ebenfalls mit einer Dauer von 45 Minuten).

Vorteil: Zeit- und Kostenersparnis durch kürzer Prüfung und Entfall einer Pilgerreise nach St. Pölten/Graz/Eisenstadt/etc samt Prüfungsfahrzeug.

Anmeldung, Termine & Kosten

Pro Jahr sind von der jeweiligen Landesregierung zumindest 4 Prüfungstermine bekanntzugeben, üblicherweise sind es weit mehr; die Termine finden sich am einfachsten auf den Websites der Länder. Es besteht eine freie Wahl, wo man die Prüfung ablegen möchte.

Eine Anmeldung zu einem Termin hat zumindest 6 Wochen vorher schriftlich bei der zuständigen Landesregierung zu erfolgen; spätestens 3 Wochen vor dem Termin erfolgt dann eine schriftliche Verständigung inkl Zeit & Ort der Prüfung, der Sachgebiete sowie der fälligen Gebühren.

Die Kosten für die Prüfung selbst variieren je nach Bundesland und bewegen sich im Rahmen von EUR 260,– bis EUR 290,– zzgl weiteren Gebühren. Das Land NÖ verrechnet per Jänner 2014

  • EUR 285,– Prüfungsgebühr
  • EUR 14,30 feste Gebühren für die Anmeldung zur Prüfung
  • EUR 3,90 Beilagengebühr
  • EUR 14,30 feste Gebühren für die Ausstellung des Zeugnisses bei bestandener Prüfung
  • EUR 2,10 Verwaltungsabgabe für die Ausstellung des Zeugnisses bei bestandener Prüfung

in Summe somit EUR 319,60.

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Die Weiterbildung

Hier ist innerhalb von 5 Jahren (= Gültigkeitsdauer der Fahrerqualifizierung) eine spezielle Weiterbildung im Ausmaß von insgesamt 35 Stunden zu absolvieren. Die einzelnen Ausbildungseinheiten müssen dabei zumindest 7 Stunden dauern, was üblicherweise zu 5 Blöcken à 7 Stunden führt. Reihenfolge und zeitliche Aufteilung ist davon abgesehen nicht weiter geregelt, sodass es einem selbst überlassen bleibt, ob man sich die Weiterbildung auf 5 Jahre aufteilt oder in einem kürzeren Zeitraum abschließt.

Die Inhalte der Weiterbildung entsprechen in weiten Teilen denen der theoretischen Prüfung der Grundqualifikation.

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Rechtsquellen

Umsetzung der Richtlinie 2003/59/EG, insb durch

  • §§ 19 ff Güterbeförderungsgesetz 1995
  • §§ 14a ff Gelegenheitsverkehrsgesetz 1996
  • §§ 44a ff Kraftfahrliniengesetz
  • Grundqualifikations- und Weiterbildungsverordnung – Berufskraftfahrer - GWB

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Links

Seiten der Länder über den Fahrerqualifizierungsnachweis: Termine, Anmeldung, Kosten

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